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Vom Umgang mit Milchzähnen noch vor der Geburt




Für mich als Zahnarzt gibt es fast nichts schöneres als einen kleinen gesunden knuffigen Milchzahn. Wenn er da ist, leuchtet er weiß und fröhlich aus dem Kindermund. Die Milchzahn-Vorsorge beginnt, ehe wir die Zähne im Kindermund sehen.

Viele Eltern gehen davon aus, daß Zahngesundheit erst mit dem ersten sichtbaren Zahn beginnt. Tatsächlich startet die Entwicklung der Milchzähne jedoch deutlich früher.

Bereits während der Schwangerschaft entstehen die Zahnanlagen im Kiefer. Nach der Geburt folgt eine Phase ohne sichtbare Zähne – doch auch in dieser Zeit läuft die Entwicklung weiter. Was passiert eigentlich vor dem ersten Zahn?

Die Entwicklung der Milchzähne beginnt lange vor dem ersten sichtbaren Zahn – und setzt sich auch nach der Geburt zunächst unsichtbar fort.

In den ersten Lebensmonaten übernimmt der Mund bereits zentrale Aufgaben: Saugen, Schlucken, Zungenbewegung und erste Kaumuster werden trainiert. Die Muskulatur, der Kiefer üben ihre Koordination. Gleichzeitig reifen wichtige Funktionen heran, die später für das Kauen, Sprechen und die Zahnstellung entscheidend sind.

Der erste Milchzahn ist daher nicht der Anfang, sondern das Ergebnis einer bereits laufenden Entwicklung.

👉 Was in dieser frühen Phase genau passiert – und worauf Eltern konkret achten können – wird in einem eigenen Beitrag „Wichtiges Wissen vor dem ersten Milchzahn“ verständlich und Schritt für Schritt erklärt. Was sind Milchzähne?

Milchzähne sind die erste Zahngeneration des Menschen.

  • es sind insgesamt 20 Zähne

  • der Durchbruch beginnt meist ab dem 6. Lebensmonat

  • ein vollständiges Milchgebiss ist etwa mit 3 Jahren erreicht.

Diese Zähne übernehmen zentrale Funktionen wie folgt:

  • die Vorbereitung des Kiefers in allen Geweben

  • die Unterstützung von Zunge, Lippen und Mundgewebe beim Sprechen, Kauen und Schlucken

  • sie bilden Strukturen für die späteren bleibenden Zähne

  • Wichtig: sie sind für die Balance von Kopf und Hals ebenso wichtig, wie für die allgemeine Weiterentwicklung der Körperfunktionen wie z.B. Magen- und Darmstoffwechsel

    Daher ist es für werdende Eltern sehr wichtig, Kenntnisse zu haben, die ihrem Kind eine gute Zahnentwicklung ermöglichen. Wie können Eltern nun gutes Tun und richtig einwirken? Milchzähne bestehen aus Mineralien, daher ist es verständlich, daß der Mineralhaushalt der Mutter eine wichtige Rolle spielt. Dieser wird u.a. durch eine ausreichende Mineralzufuhr und Vitamin D positiv beeinflußt. Eine gesunde schwangerschaftsgemäße Ernährung ist daher wichtig und der Vitamin-D-Spiegel sollte kontrolliert werden. Weiter gilt: Schwangerschaftsdiabetes kann zu Zahnentwicklungsstörungen des Kindes führen. Vermeiden lässt sich das durch eine stabile Ernährung, wenig Zucker in der Nahrung, tägliche Bewegung und regelmäßige Erholung und gesunden Schlaf. Dabei wird der Stoffwechsel entlastet und die gesunde Insulinfunktion (unserem Hormon, was den Blutzucker regelt) unterstützt. Belastungen wie z.B. Rauchen sollte vor der Schwangerschaft eingestellt und Entzündungen im Kiefer sollten behandelt werden. Bereits vor der Schwangerschaft sollte sich die Mundhygiene von Mama und Papa deutlich bessern, damit nachweislich die bakterielle und entzündungsbezogene Bleastung der Eltern auf das Kind übertragen werden kann.


    Scheuen Sie sich daher nicht, bei Problemen allgemeiner Gesundheit und im Munde, fachlichen Rat einzuholen. Auch in der Schwangerschaft ist dies sicher für Mutter und Kind möglich.

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